Wer anderen Menschen penetrant nachstellt, macht sich seit 2007 strafbar. Die Zahl der Anzeigen ist laut Ministerium leicht rückläufig, Opferschützer gehen aber von einer anderen Realität aus.
Zumindest offiziell hat die Zahl der Anzeigen gegen sogenannte Stalker in Rheinland-Pfalz nicht zugenommen, Opferschutz-Organisationen warnen dennoch vor Gelassenheit. Nach einer Statistik des Innenministeriums wurden im vergangenen Jahr 1226 Anzeigen von Menschen gestellt, die von Stalkern zum Beispiel durch ständige Anrufe, Auflauern oder Nachspionieren terrorisiert wurden. Das sind 14 weniger als im Jahr zuvor. «Die Zahlen gehen zurück, weil die Täter gewarnt sind», sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage. Die Aufklärung zeige Wirkung und die Menschen seien sensibilisiert. Seit 2007 steht in Deutschland Stalking als «unbefugtes Nachstellen» unter Strafe.
Vertreter der Opfer beurteilen die Zahlen hingegen kritisch: «Das ist doch kein Wert», sagte der Koordinator des Fachbereichs Medizinpsychologie bei der Opferhilfsorganisation Weißer Ring in Mainz, Karl-Günther Theobald. «Ich gehe nicht davon aus, dass die Zahl der Stalking-Fälle zurückgegangen ist.» Die Menge der Anzeigen lasse keine direkten Rückschlüsse auf die eigentlichen Fälle zu.
Nach Inkrafttreten des Stalking-Gesetzes 2007 waren die Anzeigen zunächst sprunghaft gestiegen, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Viele Menschen trauten sich erst dann, zur Polizei zu gehen. Für 2008 registrierte die Behörde bereits 1500 Anzeigen. Die Zahl der jährlichen Meldungen pendele sich möglicherweise auf einem geringeren Niveau ein, vermutete der Sprecher.
Debatte über Stalker – Zahl der Anzeigen sinkt leicht.
