Mecklenburg-Vorpommern ist nach Einschätzung von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) bei der Bekämpfung der häuslichen Gewalt ein gutes Stück vorangekommen. Hintergrund sei die Änderung der Rechtslage vor zehn Jahren. Seitdem darf die Polizei bei häuslicher Gewalt direkt die Interventionsstellen einschalten, sagte Sellering am Donnerstag in Rostock. So könne den betroffenen Frauen schnell Hilfe angeboten werden. Weiter sei es möglich, gewalttätige Männer bis zu 14 Tage aus der Wohnung zu verweisen oder ihnen zu verbieten, mit der Familie beispielsweise auf dem Schulweg Kontakt aufzunehmen. «Wir zeigen den Tätern klare Kante. Wir warten nicht, bis die Opfer von sich aus Hilfe suchen – wir gehen auf sie zu und bieten ihnen konkrete Unterstützung an», sagte Sellering.
Nach Worten von Rostocks Polizeipräsidenten Thomas Laum wurden im Nordosten in den vergangenen Jahren in Schnitt bis zu 1700 Fälle von Gewalt gegen Frauen und Kinder in Privathaushalten gemeldet. Dabei könnten die Polizisten die neuen Gesetze gut nutzen. 2002 seien noch knapp 400 Betretungsverbote für die Täter ausgesprochen worden, im vergangenen Jahr seien es mehr als 1200 gewesen. In 90 Prozent der Fälle seien die Ehemänner oder Lebenspartner die Täter, in 50 Prozent spiele Alkohol eine wesentliche Rolle. Es gebe zwar nach wie vor eine Dunkelziffer. «Aber wir haben angefangen, das Dunkelfeld aufzuhellen», sagte Laum.
Schnelle Hilfe für Frauen bei häuslicher Gewalt | Regional | Dnews.de | Nachrichten auf einen Blick.
