ANLAUFSTELLE Hilfe für Frauen in Notlage / Auch anonyme Beratung möglich
Gewalt in Familien: Dies ist nicht nur in allseits bekannten sozialen Brennpunkten, sondern auch in der Stadt Ingelheim ein Thema. Davon konnten sich jetzt die Mitglieder des Sozial- und Jugendausschusses überzeugen lassen. In der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gremiums stand ein Vortrag der dem Frauenhaus angegliederten Interventionsstelle in Mainz auf der Tagesordnung.
Die Mitarbeiter der Interventionsstelle beraten seit dem Jahr 2003 telefonisch und persönlich, anonym und kostenfrei Frauen in Notlagen nach häuslicher Gewalt, genauer „bei Gewalt in engen sozialen Beziehungen und Stalking“, wie es die Leiterin der Stelle und ihre Mitarbeiterin formulierten. Und zwar beraten sie in der Regel dann, wenn die Polizei schon das erste Mal vor Ort war, um Hilfe zu leisten. Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite, indem sie die Betroffenen über ihre Rechte informieren und darin unterstützen, wie sie sich selbst helfen, die rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen können und in anderen Einrichtungen Hilfe finden.
„Unsere Arbeit ist eine traurige Erfolgsgeschichte“
Dabei stellten sie klar, dass häusliche Gewalt in allen sozialen Schichten, allen Kulturen und allen Altersstufen stattfindet und nicht nur – wie gemeinhin angenommen – in der Unterschicht. „Unsere Arbeit ist eine traurige Erfolgsgeschichte, denn wenn die Polizei gerufen wird, dann findet der Gewaltausbruch nicht zum ersten Mal statt“, so die Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte.
Allgemeine Zeitung – Gewalt gibt es in allen Schichten.
