Berlin (kobinet) Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, hat die Verbesserung der Beschäftigungssituation von schwerbehinderten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern angemahnt. Es sei ein Skandal, wenn rund 38.000 der 135.500 beschäftigungspflichtigen Betriebe in Deutschland keinen einzigen schwerbehinderten Menschen beschäftigen, kritisierte Ulrike Mascher.
Die Politik dürfe hier nicht länger tatenlos zusehen. Menschen mit Behinderung seien leistungsfähige und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. “Ich fordere die Arbeitgeberverbände auf, ihre Betriebe besser über die Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung zu informieren, auch über staatliche Eingliederungszuschüsse”, so Ulrike Mascher.
Beschäftigungspflichtig sind private und öffentliche Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitnehmern. In solchen Betrieben müssen fünf Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzt werden. Bei Nichteinhalten der Pflichtquote wird eine Ausgleichsabgabe zwischen 105 und 260 Euro je Monat und unbesetztem Pflichtarbeitsplatz fällig, informierte der VdK. Formal sei die Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. “Jetzt ist es höchste Zeit, die Vorgaben der Konventionen politisch in die Praxis umzusetzen. Solange behinderte Menschen Schwierigkeiten haben, in Ämter, Kinos und Theater zu gelangen oder öffentliche Verkehrsmittel hindernisfrei zu nutzen, ist das Ziel einer gleichberechtigten Teilnahme im Alltagsleben für diese große Bevölkerungsgruppe noch lange nicht erreicht”, so Mascher. In Deutschland leben acht Millionen Menschen mit Behinderung. moh
