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5. Januar 2010

Studie zur häuslichen Gewalt

Häusliche Gewalt ist eine der schlimmsten Formen von Gewalt, die im Verborgenen stattfindet und sich meist gegen Frauen und Kinder richtet. Eine neue Studie zeigt nun, dass häusliche Gewalt alle sozialen Schichten betrifft.

Häusliche Gewalt ist ein Thema, das viele Opfer lieber zunächst verschweigen, bevor sie sich dagegen wehren. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ haben in Deutschland etwa 25 Prozent aller Frauen bereits körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner erdulden müssen.

Betroffen sind Frauen aus allen Altersstufen, Konfessionen und Schichten. Dies zeigt nun auch die Studie „Gewalt in Paarbeziehungen“, die die Familienministerin Ursula von der Leyen am 6. März 2009 in Berlin vorgestellt hat.

Die Studie belegt, dass nicht nur Frauen in sozialen Brennpunkten von ihrem Partner gedemütigt, geschlagen und vergewaltigt werden, sondern dass auch in mittleren und höheren Sozial- und Bildungsschichten mehr Frauen als gedacht Opfer von Gewalt werden, die von Männern ausgeht.

In der Studie wurden 2143 Fälle untersucht, in denen Frauen mindestens einmal Opfer eines körperlichen oder sexuellen Übergriffs durch einen männlichen Partner wurden. Über ein Drittel dieser Frauen wurde dabei sogar schwer oder lebensbedrohlich misshandelt.

In der Studie wurde unter anderem festgestellt, dass sich die Gefahr von körperlicher oder sexueller Gewalt erhöht, wenn eine Trennung oder Scheidung ansteht. Wenn Männer Gewalt androhen, werden sie häufig auch wirklich aggressiv. In etwa zwei Drittel der Fälle ist schwere Gewalt gegen Frauen mit dem Alkoholkonsum des Täters verbunden. Frauen unter 35 werden eher misshandelt, wenn sich das Paar in einer schwierigen finanziellen Lage befindet. Bei Frauen über 45 steigt das Risiko auf aggressive Übergriffe, wenn ihr Bildungsstand oder Einkommen dem des Partners gleichwertig oder überlegen ist.
Zahlen und Fakten

Etwa 70 Prozent der Frauen, die schwer misshandelt werden, sind berufstätig. Mehr als 60 Prozent verfügen über einen mittleren oder hohen Schulabschluss und einen guten Beruf. 38 Prozent der Frauen haben die höchsten Bildungs- und Ausbildungsabschlüsse.

Bei den gewalttätigen Männern zeigen sich ähnliche Ergebnisse: Die meisten Männer, die schwere Gewalt an ihren Partnerinnen ausüben, sind berufstätig. Nur drei Prozent unter ihnen haben weder einen Schul- noch einen Ausbildungsabschluss. 52 Prozent verfügen über niedrige bis mittlere Abschlüsse und 37 Prozent haben die höchsten Bildungs- und Ausbildungsabschlüsse.

Die Studie zeigt eindeutig, dass Gewalt in Beziehungen nicht auf soziale Randgruppen beschränkt ist, sondern in allen Teilen der Gesellschaft anzutreffen ist.
Maßnahmen gegen die Gewalt

Seit dem internationalen Tag der Frau 1975 ist das Thema „Gewalt gegen Frauen“ ein öffentliches Thema. Zur Bekämpfung der Menschenrechtsverletzung haben die Länder einschlägige Programme entwickelt, die durch das verabschiedete Gesetz zum zivilrechtlichen Schutz vor Gewalttaten und Nachstellungen (Gewaltschutzgesetz) aus dem Jahr 2002 unterstützt werden. (LINK: bundesrecht.juris.de/gewschg/BJNR351310001.html)
Dieses Gesetz stärkt die zivilrechtlichen Rechtschutzmöglichkeiten der Opfer von häuslicher Gewalt und zieht die Täter stärker zur Verantwortung. Es ermöglicht dem Familiengericht, dem Täter langfristig das Betreten der gemeinsamen Wohnung zu verbieten und Näherungsverbote auszusprechen.

Die Bundesregierung hat sich am 26. September 2007 im Aktionsplan II zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen dazu verpflichtet, über 130 Maßnahmen gegen mehrere Formen von aggressiven Übergriffen umzusetzen. Zu den Gewaltformen gehören Stalking, häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe, Zwangsverheiratung, Frauenhandel und Genitalverstümmelung.
Der Aktionsplan II setzt dort an, wo nach dem ersten Aktionsplan noch Handlungsbedarf besteht, wie zum Beispiel bei der Berücksichtigung von Frauen mit Migrationshintergrund oder mit Behinderungen.

Bei häuslicher Gewalt gegen Frauen können Sie sich an folgende Hotline des BiG, der Berliner Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt, wenden: 030-6110300. Weitere Informationen erhalten Sie hier: www.big-hotline.de

Hier finden Sie eine Internetseite mit Notrufnummern und Frauenhäusern in Deutschland, der Schweiz und Österreich: www.kinderschreie.de

Frauenhäuser – Zuflucht für Frauen

Frauenhäuser – Zuflucht für Frauen

Viele Frauen leiden unter den Aggressionen ihres Partners. Rund 25 Prozent der deutschen Frauen haben bereits Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner erdulden müssen. Häufig ist die Flucht ins Frauenhaus der letzte Ausweg.

Zur häuslichen Gewalt gegen Frauen gehören körperliche Misshandlungen, wie Vergewaltigung oder Schläge. Weitere Formen dieser Gewalt sind Drohungen, Beleidigungen, der Entzug finanzieller Mittel oder das Verbot, das Haus zu verlassen, Freunde zu treffen oder berufstätig zu sein.
Einen Schlussstrich ziehen

Wenn der Ehepartner immer wieder Gewalt ausübt, um seine Macht zu demonstrieren oder eigene Interessen durchzusetzen, ist es für sehr viele Frauen – trotz vorangeschrittener Emanzipation – immer noch schwierig, einen Schlussstrich zu ziehen.

In vielen Fällen sind die finanzielle und/oder emotionale Abhängigkeit vom Partner und ein durch die Gewalt eingeschränktes Selbstwertgefühl Gründe, die Gewalt leidend weiter zu erdulden und immer wieder zu verzeihen. Oft entsteht auf diese Weise über Jahre ein Klima aus Gewalt und Bedrohung, bis die betroffenen Frauen nicht mehr weiter wissen.

Doch an wen sollen sie sich wenden? Häufig sind betroffene Frauen über Jahre durch ihren Partner von ihrem Umfeld isoliert worden. Bei wem sollen sie also mit ihren Kindern unterkommen? Was ist, wenn der Mann die Frau derart akut bedroht, dass er auf keinen Fall wissen darf, wo sich seine Frau aufhält?
Frauenhäuser als erste Anlauftelle

Für diesen Fall bieten Frauenhäuser eine erste Anlaufstelle. Frauenhäuser gibt es in Deutschland seit über 25 Jahren und sie leisten einen wesentlichen Beitrag zum Schutz von Frauen und Kindern.

Frauenhäuser sind nicht nur eine Zufluchtsstätte für Frauen und Kinder aller Konfessionen und Nationalitäten. Sie bieten auch Unterstützung, Rat und Hilfe in Scheidungsfragen oder beim Aufbau einer neuen Lebensperspektive.
Schweigepflicht schützt

Im Frauenhaus kann sich eine bedrohte Frau in jedem Fall sicher fühlen. Alles was sie erzählt, bleibt durch die Schweigepflicht geheim. Auch ihr Aufenthalt in dem Frauenhaus wird geheim gehalten.

Wenn Sie Kontakt zu einem Frauenhaus aufnehmen möchten, verabreden sich die Mitarbeiterinnen des Hauses zunächst an neutraler Stelle mit Ihnen, damit die Adresse des Frauenhauses nicht bekannt wird.

Es bleibt Ihnen überlassen, in welches Frauenhaus Sie gehen möchten und wie lange Sie dort bleiben.
Wichtige Dokumente nicht vergessen

Wenn möglich, sollten Sie alle wichtigen Papiere, die Sie und Ihre Kinder betreffen, bei Ihrem Auszug mitnehmen. Dazu gehören Ausweise, Reisepässe, die Geburts- und Heiratsurkunde, die Lohnsteuerkarte, etc.

Telefonnummern von Frauenhäusern finden Sie im Telefonbuch oder erhalten Sie über die Auskunft.

Hier finden Sie eine Internetseite mit Notrufnummern und Frauenhäusern in Deutschland, der Schweiz und Österreich: www.kinderschreie.de

Wenn der Partner gnadenlos zuschlägt

Häusliche Gewalt ist in Deutschland leider keine Seltenheit, sondern verbreiteter als viele annehmen würden. Bedroht sind vor allem Frauen, aber auch Kinder. Die Opfer leiden meist jahrelang unter den katastrophalen Folgen.

„Ich bin gestolpert. Ich bin doch immer so ein Tollpatsch.“ – Solche klischeehaften Sprüche hört man – wenn auch nur im Fernsehen – immer wieder, wenn Frauen versuchen zu verbergen, dass ihr Partner sie schlägt. Doch hinter diesem harmlosen Satz kann sich ein schreckliches Schicksal verbergen.

Häusliche Gewalt gegen Frauen findet meistens hinter verschlossenen Türen statt, unbemerkt von der Gesellschaft. Diese Gewalt gilt auf der ganzen Welt als eine der häufigsten Ursachen für Verletzungen von Frauen. Unter den Gesundheitsrisiken für Frauen wird häusliche Gewalt vor Verkehrsunfällen und Krankheiten wie Krebs genannt.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ haben in Deutschland etwa 25 Prozent aller Frauen bereits körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner erdulden müssen.

Betroffen sind Frauen aller Alterstufen und Konfessionen und aus allen sozialen Schichten. Dies bestätigt auch die Studie „Gewalt in Paarbeziehungen“, die Familienministerin Ursula von der Leyen im März 2009 vorgestellt hat. Die Studie zeigt, dass nicht nur Frauen in sozialen Brennpunkten von ihrem Partner gedemütigt, geschlagen und vergewaltigt werden, sondern dass auch in mittleren und höheren Sozial- und Bildungsschichten mehr Frauen als gedacht zu Opfern männlicher Gewalt werden.
Was ist häusliche Gewalt?

Unter dem Begriff ‘häusliche Gewalt’ versteht man im Allgemeinen, wenn es in Beziehungen oder Familien zu Gewaltanwendungen kommt. Zu den Tätern gehören hauptsächlich Männer, die vor allem Frauen, aber auch Kinder schlagen, misshandeln und demütigen.

Häusliche Gewalt reicht von Beleidigungen, Demütigungen, Drohungen und Einschüchterungsversuchen über Schläge, Tritte und Vergewaltigungen bis zu Totschlag und Mord.

Es gibt unterschiedliche Formen von häuslicher Gewalt. Neben der körperlichen und sexuellen Gewalt leiden die betroffenen Frauen besonders unter der psychischen Gewalt. Hierbei werden die Opfer bedroht, beleidigt, erniedrigt, gedemütigt, isoliert, kontrolliert und in der Öffentlichkeit bloß gestellt.
Häusliche Gewalt kann auch ökonomischer Natur sein, wenn ein Mann zum Beispiel Macht ausübt, indem er allein über das Geld verfügt, verhindert, dass seine Frau arbeiten geht oder absichtlich Dinge zerstört, die seiner Frau wichtig sind.

Zur häuslichen Gewalt gehört auch die soziale Gewalt. In dem Fall trifft der Mann beispielsweise alle Entscheidungen, lässt sich bedienen, betrachtet die Frau als sexuell verfügbar, sperrt sie ein und verhindert soziale Kontakte. Die verschiedenen Formen der häuslichen Gewalt sind nicht separat zu betrachten, sondern treten häufig zusammen auf.
Die Folgen häuslicher Gewalt

Nach Birgit Fischer, der Ministerin für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie in Nordrhein-Westfalen, gehen Schätzungen davon aus, dass sich Gewalt bei etwa jeder fünften Frau negativ auf die Gesundheit auswirkt. Gerade die psychische Gewalt kann das Selbstwertgefühl und die psychische Gesundheit der Opfer zerstören. Sie ist im Gegensatz zur körperlichen und sexuellen Gewalt nicht so leicht nachweisbar.

Die oft jahrelang erlittene Gewalt wirkt sich aber auch im körperlichen, sozialen und ökonomischen Bereich negativ aus. Zu den Folgen zählen zum Beispiel körperliche Verletzungen, psychische Beschwerden, Schlaf- und Angststörungen, Beziehungsprobleme, Suchtverhalten, Depressionen, Selbstmordgedanken und tödlichen Folgen.

Meistens wird die Gewalt über einen langen Zeitraum ausgeübt. Die betroffenen Frauen leiden häufig an einem erschütterten Selbstwertgefühl, sind finanziell vom Partner abhängig oder durch die Kontrolle und Machtausübung des Mannes isoliert. Dies erklärt, warum viele Frauen lange in einer gewalttätigen Beziehung bleiben, was gerade für Außenstehende schwer nachvollziehbar ist.

Viele Frauen schaffen den Absprung aus einer gefährlichen Beziehung nur über die Flucht in ein Frauenhaus. Frauenhäuser gibt es in Deutschland seit über 25 Jahren, sie gehören zu den wichtigsten Einrichtungen, um Frauen und Kinder vor männlicher Gewalt zu schützen.

Kinder sind in einem gewaltgeprägten Umfeld höchst gefährdet, weil sie auch zu Opfern von Gewalt werden können und sich schon das Miterleben von Gewalt negativ auf ihre Entwicklung auswirkt. Nach Angaben des Kindernotdienstes in Berlin haben Kinder in der Mehrheit der dort behandelten Fälle miterlebt, wie der Vater auf die Mutter losging. Viele waren danach traumatisiert. Manche Kinder mussten sogar den Tod der Mutter mit ansehen oder erfuhren später davon. Kinder, die in ihrer Familie Gewalt erlebt oder beobachtet haben, neigen später dazu, in einer Beziehung selbst gewalttätig zu sein oder Opfer von Gewalt zu werden, womit eine Spirale der Gewalt ins Rollen kommt.

Bei häuslicher Gewalt gegen Frauen können Sie sich an folgende Hotline des BiG, der Berliner Interventionszentrale bei häuslicher Gewalt, wenden: 030-6110300. Weite Informationen erhalten Sie hier: www.big-hotline.de

Hier finden Sie eine Internetseite mit Notrufnummern und Frauenhäusern in Deutschland, der Schweiz und Österreich: www.kinderschreie.de

Auszeit vom Alltag Wenn Familie und Beruf krank machen, kann eine Mutter-Kind-Kur helfen

Im Jahr 2007 nahmen über 130000 Mütter und Väter ihr Recht auf eine Mutter-Kind-Kur – die auch eine Vater-Kind-Kur sein kann – auf Kosten ihrer Krankenkasse wahr. Bei mehr als 60 Prozent wurden die Kinder ebenfalls behandelt, berichtet das Apothekenmagazin “BABY und Familie”.

Häufige Gründe für Mutter-Kind-Kuren sind Erschöpfung bis zum Burn-out, Depressionen, Kopf- und Rückenschmerzen oder Schlaf- und Essstörungen. Eltern dürfen eine solche Kur alle vier Jahre wahrnehmen, wenn sie medizinisch notwendig ist. Ein Arzt muss für den Kur-Antrag ein Attest ausfüllen, in dem er die Beschwerden beschreibt. Für das Kind muss ein Kinderarzt dies bescheinigen. Im ersten Halbjahr 2009 lehnten die Kassen fast ein Drittel der Anträge ab, bei nahezu der Hälfte der bereits abgelehnten Anträge hatte ein Widerspruch aber Erfolg. Gesetzlich Versicherte müssen einen Eigenanteil von zehn Euro pro Tag plus maximal zehn Euro Fahrtkosten-Anteil bezahlen. Wer ein geringes Einkommen hat, kann sich davon teilweise befreien lassen. Viele Kurkliniken bieten auch schulbegleitenden Unterricht für die Kinder an, so dass Eltern nicht an die Schulferien gebunden sind.

In den bundesweit 1400 Beratungsstellen des Müttergenesungswerkes finden Mütter und Väter kostenlose Beratung zu Voraussetzungen, Erwartungen und Finanzierung der Kur.
Kategorie: Presseartikel

VON: BABY UND FAMILIE

4. Januar 2010

Russland Eltern hielten Kind in Holzkäfig

Russland
Eltern hielten Kind in Holzkäfig

Drastische Erziehungsmaßnahme: In Südsibirien hat ein Ehepaar den gemeinsamen Sohn mehr als ein Jahr lang wie ein Tier in einen Holzkäfig gesperrt. Der Junge habe “immer Probleme bereitet”, sagte das Paar jetzt bei seiner Festnahme.

Moskau – Ein elfjähriger Junge ist in Russland von seinen Eltern rund 20 Monate lang in einem kleinen Holzkäfig gefangengehalten worden. Die Behörden in Südsibirien hätten vor wenigen Tagen das Kind befreit, das im April 2008 in den nur drei Quadratmeter großen Verschlag gesperrt worden sei, sagte ein Polizeisprecher der Altai-Region am Donnerstag nach Angaben der Agentur Ria Nowosti.
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http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,669671,00.html#ref=rss

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